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JacquesDeLalaing
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German AAR/walk-through: Angriff auf Sachsen (picture-heavy!)

Thu Mar 11, 2010 12:42 pm

Somehow the german subforum disappeared? :confused:

Ich hoffe, dass der folgende After-Action-Report nicht nur mir beim Erlernen des Spiels hilft, sondern auch anderen Spielern. Der AAR ist als Tutorial geplant, das sich nicht an blutige Anfänger richtet, sondern an Spieler, die mit den wichtigsten Grundfunktionen (Steuerung, etc.) einigermaßen vertraut sind. Als Szenario habe ich mir einen überschaubaren Konfliktausschnitt gewählt: Friedrichs Angriff auf Sachsen (das Szenario dauert lediglich 9 Spielzüge). Der Bericht wird kein sonderlich atmosphärischer AAR mit Stilblüten und geschliffener Ausdrucksweise werden, sondern befasst sich eher trocken mit der Spielmechanik. Anregungen, Hinweise, Richtigstellungen sind natürlich stets willkommen und ausdrücklich erwünscht!

Die Ausgangslage Ende August des Jahres 1756 sieht folgendermaßen aus:

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Wenn wir den Szenario-Hintergrund (F6) öffnen, bekommen wir eine Ahnung von dem, was uns bevorsteht: Friedrich wird Sachsen angreifen, dazu stehen ihm 70 000 Mann in Brandenburg und 37 000 Mann in Schlesien zur Verfügung. Der Großteil der preußischen Armee wird vermutlich über die Nieder-Lausitz heranrücken, vielleicht auch die Elbe weiter im Norden überqueren und den Weg über Magdeburg wählen. Darüber hinaus ist mit kleineren Trupps aus Schlesien zu rechnen.

Unsere Aufgabe besteht darin, die Preußen zurückzuhalten oder zumindest zu verzögern. Wenn wir die Szenario-Ziele (F5) öffnen, sehen wir, wie wir das anstellen müssen. Für einen vorzeitigen ("major") Sieg müssten wir nicht nur alle wichtigen Städte halten, sondern zusätzlich noch Brandenburg erobern! Da das ein Ding der Unmöglichkeit ist, wollen wir lieber etwas bescheidener bleiben und auf einen Punktesieg nach 9 Runden hinarbeiten. Punkte sammelt man Runde für Runde durch die Kontrolle von „objective“ und „strategic“ towns, sowie einmalig durch die Einnahme von „objective towns“. Momentan erhalten wir 17 Siegespunkte in jeder Runde, der Gegner 11. Die eigenen Siegespunkte setzen sich zusammen aus der Kontrolle folgender Städte (ein eingeschalteter supply-filter zeigt die Siegespunkte bei jeder Stadt an – die Zahl neben dem Blitz-Symbol): Dresden (3), Torgau (2), Prag (1), Königgrätz (1), Olmütz (1), Wien (1), Brünn (1), Pressburg (1). Damit kommen wir allerdings erst auf 11. Wo die restlichen Siegespunkte herkommen ist mir ein Rätsel!

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Unsere Truppen sind völlig überrascht: Die sächsische Armee in Leipzig wird erst ab Runde zwei einsetzbar sein, die böhmische Armee in Prag erst ab Runde 5. Bis dahin sind die Truppen in der jeweiligen Region festgehalten (angezeigt durch das "Schloß" über den Einheiten-Bildchen), es sei denn, sie werden vorher durch den Gegner angegriffen. Zu beachten ist natürlich auch die Jahreszeit: in Runde 5 haben wir Ende Oktober - d.h. die böhmische Armee wird nur wenig Spielzüge bei gutem Wetter ausführen können! Operationen im Winter sind extrem riskant!

Werfen wir nun einen näheren Blick auf den sächsischen Kriegsschauplatz:

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Zwar können wir mit unseren festgesetzten Truppen noch nicht aufbrechen, aber der Gegner könnte zu uns kommen! Die Region Brandenburg liegt momentan im Kriegsnebel, d.h. wir sehen nicht, welche Truppen sich dort möglicherweise (ziemlich sicher!) zusammenballen. Ein Marsch von Brandenburg nach Dresden führt über 5 Provinzgrenzen (Treuenbrietzen, Herzberg, Torgau, Oschatz, Dresden). Die Tooltips der betreffenden Regionen sagen uns, dass überall gutes Wetter herrscht. Daher kann eine gut geführte Armee von Brandenburg aus Dresden in 15 Tagen (genau ein Spielzug) erreichen – ganz zu schweigen von den Möglichkeiten eines Gewaltmarsches!

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[SIZE="1"]Der Tooltip und das Bildchen oben links zeigen die Wetterverhältnisse in der Region Treuenbrietzen an. „Clear“ bezeichnet das Gelände in der Region (das Bildchen zeigt eine freie grasbewachsene Ebene), „fair“ steht für das vorherrschende Wetter (das Bildchen zeigt einen blauen/leicht bewölkten Himmel).[/size]

Die preußischen Truppen können Dresden aber aus einem ganz anderen Grund nicht innerhalb der nächsten 15 Tage erreichen: Die Elbe ist nämlich nur über die Region Torgau einigermaßen schnell überquerbar (angezeigt durch die Straße über den Fluss). Die Stadt Torgau ist aber befestigt (Stufe 2) und kann von größeren Truppenansammlungen nicht so leicht umgangen werden. Die Spielmechanik simuliert das folgendermaßen: Alle Elemente in einer Region erzeugen entsprechend ihrer Patrol-Werte „Zone-of-Control“-Punkte. Eine Einheit, die aus 5 Elementen (mit einem Patrol-Wert von 5) besteht, erzeugt dementsprechend 25 Zone-of-Control-Punkte. Man zählt alle Elemente in einer Region zusammen (aus allen anwesenden eigenen Stapeln), um den Zone-of-Control-Wert in der Region zu bestimmen. Dann kommen noch die durch Befestigungen generierten Punkte nach folgender Formel hinzu:

(Stufe der Befestigung) x (militärische Kontrolle des Spielers in der Region) = Zone-of-Control-Punkte

Torgau ist eine Befestigung der Stufe 2 in einer Region, die zu 100% von uns kontrolliert wird, das ergibt 200 Zone-of-Control-Punkte, zusätzlich der von den anwesenden Garnisonstruppen erzeugten 33 Punkte. Um es ganz einfach darzustellen :D :

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Jeder einzelne Stack verfügt darüber hinaus über einen „Evasion-Points“-Wert. Dieser Wert entspricht dem Durchschnitt der Evade-Werte aller Elemente im Stack. Ein Stack, der etwa nur aus Elementen leichter Kavallerie (Evade 9) besteht, hat also einen Evasion Wert von 9. Darüber hinaus spielt auch die „Größe des Stacks“ (gemessen an den benötigten Kommando-Punkten), sowie Wetter und Terrain eine Rolle. Kleine Hussaren-Stacks können demnach auch über Befestigungen/Truppenansammlungen hinaus in feindliches Gebiet vorstoßen.

Will sich ein Stack aus einem Gebiet heraus bewegen, indem der Gegner „Zone-of-Control“-Punkte generiert, dann werden die gegnerischen „Zone-of-Control“-Punkte durch den „Evasion-Wert“ des Stacks dividiert. Ein Stack kann sich nur in eine Region weiterbewegen, in dem der entsprechende Spieler eine militärische Kontrolle im Ausmaß dieses Ergebnisses hat. Würde sich zum Beispiel ein (mittelgroßer) Stack aus leichter Kavallerie (Evasion-Wert 9) aus der Region „Torgau“ bewegen wollen, dann könnte er dies nur in Regionen tun, in denen der Spieler des Stacks eine militärische Kontrolle von 26% (233:9) hat.

Für unser Spiel bedeutet das folgendes: Die preußische Armee kommt im ersten Spielzug nicht über Torgau hinaus (ausgenommen kleine Hussaren-Kundschafter-Stacks). Alle Regionen in Sachsen werden nämlich noch von uns kontrolliert. Aber die Sicherheit trügt: Führt der Gegner nämlich eine große Streitmacht nach Torgau und belagert die Stadt, dann sinkt unsere militärische Kontrolle in der Region rasant (wird später erklärt) und damit – entsprechend der obigen Formel – auch unsere Zone-of-Control-Punkte. Im Klartext heißt das: Die Befestigung in Torgau wird den Gegner in seiner Bewegung nicht länger als einen Spielzug aufhalten können.

Auch wenn die Preußen Dresden diese Runde noch nicht erreichen können, werden wir die Verteidigung der Stadt vorbereiten. Zuerst setzen wir die Truppen unter dem Kommando von Wilster von der Region „in“ die Stadt hinein – der Gegner muss damit die Belagerung aufnehmen, wenn er Dresden erobern will. Eine Region, in der es eine Stadt/ein Fort o. Ä. gibt, hat zwei Subregionen: „in der Stadt“ und „außerhalb der Stadt“. Ein Stack „außerhalb“ einer Stadt kann ganz normal von feindlichen Stacks konfrontiert werden, und er wird sich im Falle eines Rückzuges (ohne den entsprechenden Sonderbefehl) in eine angrenzende Provinz zurück ziehen. Ein Stack „in“ einer Stadt kann nur durch eine Belagerung konfrontiert werden. Darüber hinaus ordnen wir Wilster auch die Dresdener Stadtbatterie zu. Das ist bringt wieder einen kleinen Vorteil, da Wilster die Fähigkeit „Artillerist“ besitzt, die allen Artillerieeinheiten in dem Stack, in dem sich Wilster befindet, einen 20% Bonus verleiht. Als Haltung wählen wir „defensiv“, da Wilster in der Defensive ein wenig besser ist als in der Offensive, und da Artillerie höhere Defensiv-Feuerwerte als Offensiv-Feuerwerte hat. Hier gilt es zu beachten, dass ein Stapel, der innerhalb einer Stadt positioniert ist, in jedem Fall die Seite des Verteidigers (sowie die damit einhergehenden Boni) zugewiesen bekommt, auch wenn er eine offensive Haltung angenommen hat. In diesem Fall belassen wir es aber bei der Defensive.

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Es stellt sich nun noch die Frage, wie gut Dresden verteidigt ist. Werfen wir einen Blick auf die Stadt:

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Der wesentliche Punkt ist der Hinweis: „Dresden Fortifications (Level 1 Fort)“, auf der Karte angezeigt durch die „Stadtmauer“. Belagert eine feindliche Streitmacht die Stadt, so werden jede Runde die „Belagerungswerte“ der Belagerer und der Belagerten bestimmt. Der Belagerungswert ist ein Zufallswert, der wesentlich davon beeinflusst wird, über wie viel Artillerie (gemessen in „Stärke“) die jeweilige Seite verfügt. Darüber hinaus spielt auch die Stufe der Befestigung (hier 1) eine Rolle. Falls der Belagerungswert der Belagerer jenen der Verteidiger übersteigt, dann werden die Verteidiger Verluste hinnehmen müssen, und es kann passieren, dass die Belagerer eine Bresche in die Befestigungsanlagen schießen. Falls der Wert der Belagerten jenen der Belagerer übersteigt, werden Breschen wieder repariert. Jede vorhandene Bresche senkt den Wert der Befestigung um eine Stufe. Was aber noch viel wichtiger ist: Wird eine Befestigung durch Breschen auf den Wert 0 gesenkt, dann ist sie sturmreif geschossen und der Belagerer hat die Möglichkeit, die Stadt im Sturm zu erobern.

Wilster verfügt zwar über stattliche Artillerie (108 Kanonen, in einer Gesamtkampfstärke von „100“), jedoch kaum über andere Truppen (lediglich 850 Mann). Durch die Artillerie ist es für den Angreifer also schwer, Breschen zu schießen. Er müsste ordentlich Belagerungsartillerie heranschaffen, vielleicht auch Spezialtruppen (Sappers/Belagerungsexperten) oder Generäle mit Belagerungs-Fähigkeiten. Allerdings ist Dresden bei der ersten Bresche verloren, denn Wilster kann einem Sturmangriff mit seinen 850 Mann (die bis dahin bereits durch die Belagerung dezimiert sein werden) nichts entgegen setzen.

Die Situation bei der befestigten Stadt Torgau (Festung Stufe 2) sieht noch düsterer aus: Hier haben wir Artillerie nur im Ausmaß der Stärke „42“ und ebenfalls nur sehr wenig Garnisonstruppen (510 Mann, Stärke 37). Zwei Breschen (Torgau ist eine Befestigung der Stufe 2) sind schnell geschossen, die Garnison würde sofort überwältigt werden…

Da wir in dieser Runde nichts weiter unternehmen können, werden wir die Runde hier beenden und abwarten, wo die Preußen erscheinen. Im nächsten Teil werden wir uns mit Aufklärung und der Organisation von Truppen beschäftigen.

[SIZE="4"]To be continued in the german RoP-Board[/size]!

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PhilThib
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Thu Mar 11, 2010 12:55 pm

Excellent... you know, you can play the game in German too (for the screenshots, which are all in English) ;)

Bravo :thumbsup: :cool: :coeurs:
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Rafiki
Posts: 5811
Joined: Thu Aug 24, 2006 9:19 am
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Thu Mar 11, 2010 12:59 pm

JacquesDeLalaing wrote:Somehow the german subforum disappeared? :confused: .

There has never been a German subforum for RoP. Also, if you look closer, you'll see that the German subforums for the other AGE games are actually links to the respective game's dedicated forum at Strategycon Interactive

I'm afraid we must insist that if you are to post the AAR here, you have to do it in one of the languages we support; English, French or Spanish

That said, I sincerely hope you do so :) I do understand a small amount of German, and from what I can tell, this has the looks of a really good AAR :thumbsup:
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JacquesDeLalaing
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Location: Vienna (Austria)

Thu Mar 11, 2010 1:19 pm

Oh, I see! Thank you very much for the link! I guess you can delete the AAR in this forum then. I'm going to repost it in the german forum. I'm not loath to translate the AAR into english, but I just don't have the time to do that.

Best regards!

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Rafiki
Posts: 5811
Joined: Thu Aug 24, 2006 9:19 am
Location: Oslo, Norway

Thu Mar 11, 2010 1:23 pm

Sorry to hear that, but I have no problem understanding your sentiment either :)

If I may suggest; if you continue the AAR over there, provide a link to it in this thread, and we can let your original post stay here as a teaser :thumbsup:
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